Gräser

Gräser, die wegen ihrer filigranen Transparenz, ihrer Leichtigkeit und ihrer vielfältigen, ungewöhnlichen Verwendungsmöglichkeiten in der Gartengestaltung geschätzt werden, stellen eine Bereicherung, ja ein Muss für jeden Staudengarten dar. Sie sind nach Karl Foerster die 'Harfen' im Garten-Konzert. Ergänzt werden sie ideal von großblättrigen, bzw. großblütigen Stauden, gleichsam den 'Pauken'.

Die Schönheit der Gräser erschließt sich manchem erst auf den zweiten Blick. Ziergräser wirken häufig nicht durch üppige Farbenpracht, sondern durch ihre zarten Strukturen, ihre vielfältigen Formen und ihre bewegte Leichtigkeit. Durch ihre einzigartige Dauerhaftigkeit bilden Gräser ein Gerüst des Gartens, überbrücken mit ihrem Charme und durch mannigfaltige Strukturen und Texturen auch blütenärmere Zeiten und lassen nicht selten ganz neue Reize benachbarter Pflanzen hervortreten. Insbesondere die überreiche Farbigkeit der Gräser im Herbst und ihre attraktive Wintersilhouette machen sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil eines Gartens überhaupt. Gräser gibt es für jeden Geschmack, für jeden Gestaltungsstil und für alle Gartenstandorte.
Sogar ein paar wenige duftende Gräser haben wir im Sortiment.

Lassen Sie sich auch inspirieren von den herbstlichen Gräserstimmungen, die wir in unserem ersten Gärtnerei-Film für Sie eingefangen haben.
 

Insektenfreundliche Gräser?
Wer seinen Garten gerne unter den Aspekten naturnah und insektenfreundlich gestalten möchte, der sollte nicht auf Gräser verzichten. Denn Gräser sind, ganz gleich ob wild in der Natur vorkommend oder im Garten kultiviert, im Ökosystem und tatsächlich auch für Insekten wichtig, obwohl sie ihnen weder Pollen noch Nektar bieten können. Zum Beispiel fressen viele Schmetterlingsraupen und Heuschrecken grade bedrohter Arten gern Gräser. Viele Naturgärtner*innen denken und wissen bereits, dass Brennnesseln eine Leibspeise für viele Schmetterlingsraupen sind - aber das trifft nicht auf alle Falter-Arten zu. Wo Gräser fehlen, sieht man kein Schachbrett, keinen Braunen Waldvogel, Rostköpfigen Dickkopf oder Rotbraunes Ochsenauge fliegen - und auch das Große Heupferd wird in so einem Garten nicht herumhüpfen. Einige Schmetterlinge, wie der hübsche Argus-Bläuling, verbringen ihre Nachtruhe bevorzugt im Schutz von Gräserhorsten. Sie brauchen solche dichten, versteckten Rückzugsorte dringend und es ist so ökologisch sinnvoll wie einfach, ihnen diese Unterstützung zu gewähren.

Manche Grashüpfer-Arten fressen sogar ausschließlich Gräser, ohne sie können sie nicht überleben. Und gerade viele dieser "Grasliebhaber" sind vom Aussterben bedroht. Wir helfen ihnen also mit dem Pflanzen von Gräsern. Begehrt sind bei ihnen unter anderem die schönen Pfeifengräser (Molinia), Schwingel (Festuca) oder auch Kopfgräser (Sesleria) - alles attraktive Arten, die den Garten auch gestalterisch bereichern. Wer bei Heuschrecken vor allem an die Plagen in Ostafrika denkt, den können wir beruhigen. Die heimischen Heuschrecken werden Ihnen nicht den ganzen Garten oder das Gemüsebeet leer fressen - ganz im Gegenteil sind sie wichtige Nützlinge, denn viele sind Insektenjäger und -fresser. Vor allem das Große Heupferd hat es auf Blattläuse (Lieblingsnahrung), Käferlarven und Fliegen abgesehen. Doch in der Natur gilt: gefressen oder gefressen werden. Für Vögel, Igel, Spinnen und Spitzmäuse sind Heuschrecken widerrum eine Delikatesse und wichtige Nahrungsquelle.